Um uns von dem ganzen Stress, den der Januar so mit sich gebracht hat – haha – zu erholen, haben wir uns gedacht, machen wir mal was Neues: Urlaub! Diesmal sind wir mit Madeleine, Bianca und Mirjam zusammen am 15. nach Sevilla geflogen. Es war sehr schön! Habe jetzt gerade keine Lust, viel von der Stadt zu berichten, vielleicht schreiben wir da die Tage noch was drüber. Es ist aber auf jeden Fall eine schöne Stadt, und halt so richtig spanisch. Mit Flamenco und Patios und einer Alcázar im Mudejar-Stil… Gibts hier in Katalonien ja alles nich! Jedenfalls haben wir dann zwei Nächte dort zu fünft in einem ganz netten Hostel geschlafen und uns gemütlich die Stadt erschlossen (Kathedrale, Palast, Shopping-Meile…) , wobei uns dann Judith, eine Freundin von Mirjam, die in Sevilla studiert, auch geholfen hat.
Am Sonntag sind dann Madeleine, Bianca und Mirjam nach Córdoba und Granada weitergefahren. Wir kannten das ja schon vom letzten Jahr und haben uns deshalb abgesetzt und sind nach Cádiz gefahren.
Als wir das Bahnticket gekauft haben, haben wir wieder mal ein bahntypisches Erlebnis gehabt (hier heißt es ja Renfe, aber es ist schon so ähnlich wie in Deutschland): wir gehen um 9:30 zum Schalter, um ausdrücklich ein Ticket nach Cádiz um 9:45 zu kaufen. Der Herr am Schalter ist auch sehr freundlich, kassiert das Geld und gibt uns die Tickets mit Sitzplätzen. Wir schauen noch kurz drauf, ob wir auch nebeneinander sitzen, bedanken uns und gehen dann langsam zum Gleis. Dort wird uns dann gesagt, dass das Ticket für den falschen Zug sei – und siehe da: das Ticket ist für den Zug um 9:05 am selben Tag ausgestellt! Sollte das ein Witz sein? Wieso kann man ein Ticket für die Vergangenheit kaufen? Timewarps gibt es doch bis heute nicht mal bei der Bahn! Na ja, wir gehen also zum Schalter zurück, erklären den Fall, und der nett dreinlächelnde Herr nimmt – gaaanz langsam – unsere Tickets – fragt, ob wir neue haben wollen – natürlich – und tackert erstmal den Annulierungshinweis an die Tickets, um dann – noch laaangsamer – um 09:44 – das Ticket für den 11-Uhr-Zug auszudrucken. Hätte er ein bisschen reingehauen, hätten wir den 09:45er-Zug locker noch bekommen. Aber nein! Und entschuldigt hat er sich auch nicht. Also das war vielleicht blöd! Naja, also sind wir nochmal in die Stadt gegangen und haben da ein paar Fotos gemacht, um dann um 11 in den Zug nach Cádiz zu steigen. Der Zug war immerhin angenehm und die Sitze bequem, um auch mal was Gutes über die Renfe zu sagen.
In Cádiz ging es jedenfalls recht ruhig zu, und irgendwie waren wir auch von den zwei vorherigen Tagen etwas kaputt, so dass wir dort im nur ein bisschen durch die Stadt spaziert sind. Viele Sehenswürdigkeiten gibt es dort auch nicht (vor allem Kirchen, aber das muss ja auch nicht jeden Tag sein, und das Meer, das wir uns natürlich auch nochmal aus nächster Nähe betrachtet haben) – eigentlich hätten wir uns gerne die erste Spanische Camera Obscura in einem Wachtturm angeguckt, aber die war dann leider gerade außer Betrieb. Am Montag sind wir auf dem Rückweg nach Sevilla dann noch in Jerez de la Frontera vorbeigefahren – auch dort gibt es wahnsinnig viele Kirchen! Wir glauben, dass die Leute da wohl ein schlechtes Gewissen hatten. Vielleicht hängt es irgendwie damit zusammen, dass es da soviele Bodegas gibt, zum Ausgleich baut man dann vielleicht Kirchen?
Von Montag auf Dienstag haben wir dann wieder in Sevilla geschlafen, in einem anderen Hostel, das zwar im Internet wer weiß wie in den Himmel gelobt wurde (wohl wegen des schönen Innenhofs), aber dermaßen hellhörig war, dass wir praktisch nicht geschlafen haben. Unser Zimmer war direkt neben einem von anscheinend dem halben Hostel benutzten Badezimmer, und es war bis bestimmt 1:30 dauernd Lärm von drüben zu hören – der spanischen Leichtbauweise sei Dank… Wir waren auf jeden Fall froh, um 5:30 dann einfach aufzustehen und zum Bus zu laufen… Um nur mal kurz aufs Wetter einzugehen: selbst um diese Uhrzeit waren es 16° draußen!
Der Rückflug war Ryanair-typisch wieder überpünktlich in Reus, und so waren wir schon um 11 Uhr wieder in Tarragona in unserer Wohnung, in der wir dann erstmal gekocht und ein bisschen rumgegammelt haben. Morgen wird wohl schon ein möglicher Nachmieter bei uns vorbeischauen, und so können wir uns schon so langsam von der Wohnung verabschieden und bald schon unsere Sachen packen. Vorher schreiben wir natürlich nochmal.